Vorgehen
Der Plan ist die Quelle. Alles andere folgt daraus.
Wie aus Bestandsplänen ein Anlagendatensatz für Unterhalt, Erneuerung und Fahrleitungsplanung wird, was dabei entsteht, wo die Grenzen liegen und wie abgerechnet wird.
Warum das geht
Der Plan weiss mehr, als er zeigt.
Ein Fahrleitungsplan ist kein Bild. Er ist massstäblich gezeichnet, er führt Maststempel mit Typ, Länge, Fundament und Spitzenzug, er kennt Regelhöhen, Ablenkwinkel und Gebildenummern. Die Information ist da – sie ist nur nicht maschinenlesbar abgelegt.
Entscheidend ist, dass jeder Betrieb seine eigene Handschrift hat: andere Layernamen, andere Blöcke, andere Abkürzungen im Maststempel, andere Normalien. Deshalb wird diese Handschrift einmal erschlossen und in einem Betreiberprofil festgehalten. Danach läuft jeder weitere Plan derselben Herkunft nach demselben Muster durch.
Was im Profil steht:
- Layer und Blöcke je Rolle – Fahrdraht, Tragwerk, Feeder, Stützpunkt, Isolation
- Aufbau des Maststempels und der Stützpunktangaben
- Regelhöhen, zulässige Seitenlage, Spannweiten und Ablenkwinkel
- Mast-, Fundament- und Bauteilkataloge des Betriebs
- Grenzwerte der Prüfregeln mit ihrer Fundstelle im Regelwerk
Ablauf
Sechs Schritte – und was sie liefern.
Planwerk erschliessen
Die Handschrift des Betriebs wird gelesen und an den Normalien abgesichert. Ergebnis ist ein Betreiberprofil – einmal je Planungsstandard.
Datensatz extrahieren
Stützpunkte, Tragwerke, Drähte, Seile, Aufhängungen und Bauteile werden mit ihren Attributen ausgelesen und zu einem zusammenhängenden Netz verknüpft.
Gegenrechnen
Höhen, Längen, Winkel, Kräfte und Topologie werden gegeneinander und gegen das Regelwerk geprüft. Widersprüche werden zu Befunden, Lücken zu deklarierten Annahmen.
Modell und Dokumente
3D-Bauteilmodell, Seilstatik, Montagefolge, Profile, Kataster, Mengengerüste und IFC entstehen gemeinsam aus demselben Stand.
Portal
Alles wird auf einer geschützten Projektseite veröffentlicht – mit Rückmeldungen je Eintrag und festen Adressen je Stützpunkt.
Nachführen
Nach Umbau oder Korrektur wird der Datensatz angepasst und alles neu erzeugt. Der Bestand altert nicht in einzelnen Dateien.
Grenzen
Was aus einem Plan folgt – und was nicht.
Ein Modell, das aus einem Plan abgeleitet ist, ist so genau wie der Plan. Das ist keine Einschränkung, die man verschweigt – es ist die Angabe, ohne die das Ergebnis nicht brauchbar wäre.
Deshalb trägt jedes Objekt mit, woher es kommt: aus dem Plan gelesen, aus dem Regelwerk abgeleitet oder angenommen. Wo der Plan schweigt oder sich widerspricht, steht das im Bericht – statt hinter einem vollständig wirkenden Modell zu verschwinden.
Was der Plan nicht hergibt:
- Absolute Höhen, wo keine angeschrieben sind – dort gilt die Regelhöhe des Betriebs, und das steht so im Datensatz
- Den Zustand eines Bauteils – ein Plan zeigt die Anlage, nicht ihren Verschleiss
- Änderungen, die nie nachgeführt wurden – sie erscheinen als Widerspruch, nicht als Bestand
- Verdeckte Bauteile, die im Plan kein Symbol haben
Übergabe
Offene Formate, keine Bindung.
Die Daten gehören dem Betrieb. Sie lassen sich ohne LYNTRX weiterführen – das ist Bedingung, nicht Zugeständnis.
IFC 4.3
Bauteile mit Eigenschaften und Werkstoffen, Klassen an den Fachkatalog angelehnt, Georeferenzierung LV95 / LN02.
3D-DWG
Das Modell als Volumenkörper mit Eigenschaften, direkt in Civil 3D oder AutoCAD weiterzuverwenden.
Tabellen
Anlagenkataster, Stützpunktliste, Mengengerüste, Materialliste, Befunde und Statikergebnisse als XLSX und CSV.
PDF-Dokumente
Projektbericht, Seilstatik je Tragwerk, Montagefolge, Quer- und Längsprofile, Planblätter mit Zeichnungskopf.
Google Earth (KMZ)
Die Anlage samt Gebäuden für die schnelle Lagebeurteilung – ohne CAD, auf jedem Rechner.
Projektportal
Alle Unterlagen online, geschützt, bei einem Schweizer Hosting-Anbieter. Siehe LYNTRX360.
Leistung und Preis
Je Kilometer, alles inklusive.
Abgerechnet wird je Fahrleitungskilometer, alles inklusive: Anlagendatensatz, 3D-Modell, Statik-Nachrechnung, Prüfung, Montagefolge, Profile, Mengengerüste und Dokumente.
Die Erschliessung des Planwerks fällt einmal je Betrieb an, nicht pro Plan. Weitere Abschnitte derselben Anlage laufen nach demselben Muster und sind deshalb deutlich günstiger als der erste.
Liegen Pläne nur als PDF, Scan oder Handzeichnung vor, wird ihre Aufbereitung als CAD-Zeichnung separat angeboten.
Für den Einstieg:
- Ein bis zwei Kilometer als Referenzabschnitt genügen
- Gebraucht werden die Planblätter als CAD-Datei und die Normalien des Betriebs
- Vermessung oder Begehung sind nicht nötig
- Das Ergebnis liegt auf einem geschützten Portal und wird gemeinsam durchgesehen
Häufige Fragen
Was meistens zuerst gefragt wird.
Gilt das auch für Oberleitungen ausserhalb der Schweiz?
Ja. Fahrleitung und Oberleitung bezeichnen hier dasselbe. Massgebend ist das Regelwerk des jeweiligen Betriebs – EN 50119 als gemeinsame Grundlage, dazu die nationalen und betrieblichen Vorgaben. Für Tram und Trolleybus gleichermassen.
Was braucht es vom Verkehrsbetrieb?
Die Planblätter des Abschnitts als CAD-Datei sowie die Normalien des Betriebs – Mast- und Fundamenttabellen, Regelhöhen, Gebildedokumentation. Ein bis zwei Kilometer genügen. Vermessung oder Begehung sind für den Einstieg nicht nötig.
Wie genau ist ein Modell aus dem Plan?
So genau wie der Plan. Jedes Objekt trägt seine Herkunft mit: aus dem Plan gelesen, aus dem Regelwerk abgeleitet oder angenommen. Wo Angaben fehlen oder sich widersprechen, steht das als Befund im Bericht.
Funktioniert das auch für Trolleybus?
Ja. Der Unterschied liegt im Fahrleitungssystem – zwei Fahrdrähte statt einem, andere Regelhöhen, andere Bauteile – und wird über das Betreiberprofil abgebildet. Die Kette selbst bleibt dieselbe.
Und wenn unsere Pläne älter sind oder uneinheitlich?
Das ist der Regelfall. Genau dafür wird das Planwerk einmal erschlossen. Uneinheitliche Bestände führen zu mehr Befunden und mehr deklarierten Annahmen – beides ist sichtbar und nachvollziehbar, nicht versteckt.
Und wenn nur PDF, Scans oder Handzeichnungen vorliegen?
Auch dann lässt sich damit arbeiten. Die Pläne werden zuerst georeferenziert und als CAD-Zeichnung mit Layerstruktur aufbereitet – diesen Schritt übernehmen wir auf Wunsch, er wird separat angeboten und nicht über den Kilometerpreis abgerechnet. Danach durchlaufen sie dieselbe Prüfung wie jeder andere Plan – was sich nicht eindeutig lesen lässt, erscheint als Befund oder als deklarierte Annahme.
Wem gehören die Daten?
Dem Auftraggeber – in der Regel dem Verkehrsbetrieb. Die Übergabe erfolgt in offenen Formaten – IFC 4.3, DWG, XLSX, CSV, PDF, KMZ. Es wird keine Lizenz benötigt, um damit weiterzuarbeiten.
Wo liegen die Daten des Portals?
Bei einem Schweizer Hosting-Anbieter, in einem geschützten Bereich je Betrieb. Zugänge vergibt der Betrieb selbst.
Vom Plansatz zum Bestand – reden wir über Ihren Abschnitt.
Wir sehen uns Ihre Planunterlagen an und sagen Ihnen, was daraus zu gewinnen ist – und was nicht.